Agia NÁpa / Zypern, August 2004

Im August 2004 verbrachte ich meinen zweiwöchigen Sommerurlaub auf Zypern, in der Nähe des Ortes Agia Nápa.Unser Hotel hieß Olympic Lagoon und war mit vier Sternen "ausgestattet".

Unsere Hotelanlage

Auf Zypern war es uns nie langweilig. Zwar hatten wir uns nicht für ein Mietauto entscheiden können ( auf Zypern herrscht Linksverkehr! ), aber wir waren sehr oft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ( Bus ) und dem Taxi unterwegs. Außerdem haben wir eine organisierte Inselrundfahrt mit dem Reisebus unternommen.So kann ich paar Orte und Sehenswürdigkeiten empfehlen. Was ich hier unbedingt anmerken möchte ist die Tatsache, dass der Urlaub auf Zypern nicht gerade günstig ist. Die Preise dort sind sehr hoch. Man muss also schon genügend "Kleingeld" mitnehmen. Aber zuerst ein paar grundlegenden Infos über die Insel :-)

Zypern ist nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte und zugleich die östlichste Insel im Mittelmeer. Geographisch gehört sie bereits zu Asien, kulturell aber eindeutig zu Europa. Ihre Form wird oft mit der Pfanne verglichen: der lange Stiel ist die Karpasia-Halbinsel, die mit ihrer Spitze ins Grenzgebiet von Türkei und Syrien zeigt.

Landschaftlich ist Zypern klar gegliedert. Die Nordküste wird vom über 100 km langen, aber nur wenige Kilometer breiten Kyrenia-Gebirge gesäumt, dessen höchster Gipfel auf 1024 m Höhe ansteigt. Daran schließt sich südlich eine fruchtbare, etwa 25 km breite Ebene an, die von der Bucht von Mórfou im Westen bis nach Famagusta im Osten reicht. Auf griechisch heißt sie Mesaória, " zwischen den Bergen". An ihrem Südrand steigt nämlich das mächtige, bis zu 1951 m hohe Tródosgebirge auf, das weite Teile der Inselmitte und des Westens bedeckt.

Zypern ist eine fruchtbare Insel, obwohl es keinerlei Flüsse und nur sehr wenige ganzjährig wasserführende Bäche gibt. Aber die Zyprioten haben in den letzten vier Jahrzehnten zahllose Stauseen angelegt, die die winterlichen Niederschläge auffangen. Viele hundert Kilometer Wasserleitungen haben weite Flächen in fruchtbare Felder und Plantagen verwandelt. So steht das ganze Jahr über genügend Trinkwasser für die Bevölkerung und für die Bewässerung der Felder zur Verfügung. Zyperns Natur ist unerhört vielfältig. Es ist eine der waldreichsten Inseln am Mittelmeer, immerhin ein Fünftel der Fläche ist baumbestanden.

Zypern könnte ein Paradies auf Erden werden, wäre da nicht die große Politik. Seit August 1974 ist die Insel geteilt; Nicosia seit dem Mauerfall in Berlin die letzte geteilte Hauptstadt der Welt.

Entlang einer Demarkationslinie, die Zypern von der Bucht von Mórfou bis zur Bucht von Famagusta durchzieht, stehen sich griechische und griechisch-zypriotische Soldaten einerseits, türkische und türkisch-zypriotische Soldaten andererseits gegenüber. Dazwischen patrouillieren die etwa 1100 Soldaten der UNFICYP, der Friedenstruppen der Vereinten Nationen. Der bis heute von der Türkei besetzte Norden der Insel nennt sich seit 1983 TÜRKISCHE REPUBLIK NORDZYPERN, wird aber nur von der Schutzmacht der Türkei anerkannt. Das südliche Zypern nennt sich weiterhin REPUBLIK ZYPERN und erhebt einen Alleinvertretungsanspruch, der ihr von internationaler Seite auch zugestanden wird.

Der Urlaubsfrieden auf der Insel wird aber durch die politischen Verhältnisse aber in keiner Weise gestört. Zypern erscheint dem Fremden als äußerst friedliche Insel- kein Urlauber ist in den letzten 30 Jahren durch die Teilung der Insel zu Schaden gekommen.

ZYPERN IN ZAHLEN

Lage:

Durch Zypern verläuft der 35. Breitengrad. Zypern liegt damit etwa auf der Höhe von Kreta, Sfax in Tunesien und Nord-Marokko.

Fläche und Einwohner:

Die Insel ist 9251 km² groß. 60% entfallen auf die Republik Zypern, 37% auf den türkisch besetzten Teil. 3% stehen als Pufferzone unter Verwaltung der UN. Die gesamte Insel zählt etwa 750 000 Einwohner. Etwa 12% davon sind türkische Zyprioten, die bis auf wenige Dutzend alle im Inselnorden registriert sind. Seit 1974 wurden zudem etwa 80 000 anatolische Bauern widerrechtlich im Norden angesiedelt, die von keiner offiziellen Statistik erfasst wurden.

Minderheiten:

Auf Zypern leben schon seit Jahrhunderten christliche Minderheiten von Armeniern und Maroniten. Alle etwa 3000 Armenier sind jetzt im Süden ansässig, ein Teil der etwa 2000 Maroniten auch noch im Nordteil. Die Zahl der ständig auf Zypern stationierten Soldaten wird einschließlich Familienangehöriger auf etwa 20 000 geschätzt.

Staatsform:

Die Republik Zypern ist eine parlamentarische Demokratie. Im Parlament sind 24 von 80 Sitzen für nordzypriotische Abgeordnete freigehalten, die der Vertretung aber schon seit 1964 fernbleiben. Es gibt drei große Parteien; zur Zeit stellt die sehr gemäßigte kommunistische AKEL die meisten Abgeordneten.

AGIA NÁPA

Der südlichste Ort Zyperns, in dem fast 2000 Menschen wohnen, lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Das große Plus sind die vielen Sandstrände, die gepflegten Straßen und Hotels und Zyperns einzige Fahrradwege. Dafür verzichtet man auf historisches Flair und ist relativ weit von den großen Sehenswürdigkeiten der Insel entfernt. Mittelpunkt des Urlauberlebens ist The Square, der zentrale, heute von Bars umgebene Platz vor dem Kloster. Aber es gibt auch einen sehr schönen, kleinen Fischerhafen am Rande des von Dünen begrenzten Ortsstrandes.

The Square

Fischerhafen von Agia Nápa

Eine von vielen Buchten von Agia Nápa

Das Kloster von Agia Nápa ist täglich bis spätabends, frei zugänglich. Es wurde 1530 gegründet und dient heute als Begegnungsstätte für Christen aus Europa und dem Mittleren Osten.

Kloster von Agia Nápa

NISSI BEACH

Langer Sandstrand an extrem flacher Bucht; bunt schimmerndes Wasser. Hier fand ich eine kleine, weiße Kapelle - direkt am Strand. Wirklich einmalig schön... Ca. 4 km westlich von Agia Nápa entfernt.

WATERWORLD

Ein großes Spaßbad mit vielen Wasserrutschen, Wellenbad usw. Dir Preise für den Eintritt:

Erwachsene: 14,00 zypriotische Pfund

Kinder bis 12 J. 7,00 zypriotische Pfund

Öffnungszeiten:

10 bis 18 Uhr.

Auf dem Gelände des Waterparks befindet sich auch FLYWORLD. Dort kann man Hubschrauberrundflüge über Agia Nápa oder bis nach Protaras buchen. Allerdings kostet dieser Flug umgerechnet 50 € für 10 Min Spaß.

Link: www.waterworldwaterpark.com

1 zypriotischer Pfund = ca. 1,77 €

GO-KART-BAHN

Gleich neben dem Waterpark. Leider war dieser nicht besonders gut besucht. Aber wen wundert es bei dieser Hitze? Da zieht man Wasser dem Auto vor *grins*

LUNAPARK

Direkt im Zentrum von Agia Nápa, an der Straße nach Larnaca. Ein Vergnügungspark mit Riesenrad, Achterbahn, Auto-Scooter, Bungee usw. Geöffnet ab ca. mittags bis spät in die Nachtstunden.

LARNAKA

Hier find unsere Reise an. Denn hier sind wir gelandet. Larnaka ist eine Hafenstadt, die seit 1970 von 21 000 auf 72 000 Einwohner angewachsen ist. Sie versucht Urlaubszentrum wie auch Industriestadt zu sein. Am Rand der Altstadt befindet sich eine herrliche Palmenpromenade, die von einem breiten Sandstrand gesäumt ist.

In Larnaka besuchten wir unter anderem die LAZARUS-KIRCHE

Lazarus, der durch Jesus von den Toten Erweckte, wurde erster Bischof von Kition, der antiken Vorläuferstadt Larnakas. Im 9. Jh. Entdeckte man hier einen Sarkophag mit der Inschrift " Lazarus, der Freund Christi". Im 10 Jh. entstand die Kirche, in deren Krypta noch heute der Sarkophag gezeigt wird. Bemerkenswert die reich beschnitze Ikonostase. Angeschlossen ist ein kleines Museum.

LIMASSOL ( Lemesós )

Hier im alten Hafen von Limassol hat man uns gezeigt wie die Naturschwämme gereinigt werden. In dem Laden nebenan konnte man diverse Muscheln wie auch preparierte Kugelfische, sogar kleine Babyhaie kaufen. Von diesem Laden war ich nicht begeistert. Ich finde es jammerschade, dass der Mensch in die Natur eingreift und diese zerstört um Touristen Souvenirs jeder Art anzubieten. Ich habe mir dort lediglich ein Glas Erdbeermarmelade gekauft *grins* ( ja, auch das konnte man dort erwerben! *lächel*) Ausgestopfte Tiere, Muscheln, Naturschwämme oder Korallen zu kaufen, ist wirklich nicht mein Ding :-) Ich habe nicht vor die Zerstörung unserer Flora und Fauna zu unterstützen. Doch viele Mitreisenden unserer Inselrundfahrt hatten Spaß an diesem Einkauf :-(

Link: www.apacy.com

NIKOSIA

Die letzte geteilte Hauptstadt der Welt ( 207 000 Einwohner ) liegt im Zentrum der flachen Mesaória-Ebene. Der Stadtkern bildet die Altstadt, die noch immer von ihrem fast 5 km langen, venezianischen Mauerring mit elf Bastionen und Wallgraben umgeben ist. Mitten durch diese Altstadt verläuft die "Green Line", die Demarkationslinie zwischen dem südlichen und dem türkisch besetzten Teil. Rings um die Altstadt herum ist das neue Nikosia entstanden. Der griechische Teil wird durch zahllose Hochhäuser geprägt, der türkische Teil wirkt sehr viel bescheidener.

Nikosia.

Blick auf den türkisch besetzten Teil der Stadt ist hier gestattet. Das Fotografieren jedoch strengstens verboten.

Das Rathaus von Nikosia

Sehenswert in Nikosia:

Observatorium Shakólas Tower

Ein Rundumblick über die Stadt vom 11.Stock des Kaufhauses Woolworth ist dort möglich. Ferngläser liegen dort bereit, Erklärungen ( auch auf Deutsch ) sind vom Band auf abrufbar. Eintritt: 50 c

Leventis Museum

Das Museum erzählt anschaulich die Geschichte der Stadt Nikosia

Freiheitsdenkmal

Das 1970 auf der Podocataro-Bastion der Stadtmauer errichtete Denkmal betont anschaulich, dass an dem Freiheitskampf gegen die britische Herrschaft Zyprioten aus allen Gesellschaftsschichten teilnahmen. Das Denkmal zeigt zwei bewaffnete Kämpfer, die ein Gefängnistor öffnen, aus dem das gefangene Volk strömt, darunter klar erkennbar ein Fischer, ein Priester, ein Beamter, eine Mutter mit Kind. Sie alle haben mitgekämpft und -gelitten, so die Botschaft. Jetzt werden sie mit der Freiheit belohnt, die sich als Göttin personifiziert über allen erhebt.

Kathedrale Ágios Ioánnis

Die orthodoxe Kathedrale ist ein unscheinbarer, kleiner Bau. Innen jedoch ist die 1665 errichtete Kirche vollständig mit figurenreichen Fresken aus dem frühen 18 Jh. ausgemalt.

Famagusta-Tor

Das einzige vollständig erhaltene Tor in der venezianischen Stadtmauer, 1557-1570 erbaut.

Zypern-Museum

Dieses Museum birgt die größten Schätze aus der zypriotischen Geschichte. Die Sammlungen sind teils chronologisch, teils thematisch aufgebaut.

OMODOS

Das vielleicht schönste Dorf Zyperns mit vielen alten Häusern aus Naturstein, einem idyllischen Dorfplatz, einem schönen Kloster und einigen interessanten Kunsthandwerksläden liegt auf 750 m Höhe inmitten von Weingärten. Das heute nicht mehr bewohnte Kloster Moni tímiou Stavroú wurde bereits 327 gegründet; seine schönen Natursteingebäude stammen aus dem frühen 19.Jh. Als größter Schatz werden in der Klosterkirche Splitter vom Kreuz Christi und die Schädelreliquie des Apostels Philipp ( in einem verglasten Safe ) verwahrt. Bemerkenswert sind die geschnitzten Holzdecken im oberen Umgang des Kreuzgangs und im ( meist verschlossenen ) Synodensaal.

 

 

 

In dem kleinen Weinanbau-Dorf Omodos geht es sehr ruhig und beschaulich zu :-)

ASINOU

Asínou ist eine Gemarkung in der Bergeinsamkeit des Dorfes Nikitári. Sehenswert ist dort die kleine, unscheinbare Kirche, die von außen eher einer Scheune als einer Kirche ähnelt. Doch das kleine Scheunendachkirchlein ist ein Höhepunkt jeder Kunstreise durch Zypern. Betritt man die Kirche wird man von der ganzen Bilderwelt der Orthodoxie umfangen. Der Innenraum ist vollständig ausgemalt, die Farben leuchten so frisch wie am ersten Tag- und der liegt schon fast 900 Jahre zurück. Sie wurden nicht etwa restauriert, sondern nur gereinigt. Die ältesten können in die Jahre 1106/07 datiert werden, andere sind aus dem 14. Jh.

Die Kirche von Asinou